Makler

Woran du einen guten Makler erkennst

Zuletzt aktualisiert am 21. August 2026 · 10 Minuten Lesezeit

Wohnzimmer mit großem Fenster

Die Maklerwahl entscheidet über einen fünfstelligen Betrag, manchmal über mehr. Trotzdem wird sie häufig nach Bauchgefühl getroffen oder danach, wer den höchsten Preis in Aussicht stellt. Beides sind schlechte Kriterien. Diese sieben Fragen bringen dich weiter.

Vor dem Erstgespräch

Lade mindestens drei Unternehmen ein und sprich mit allen über dasselbe Objekt. Verrate im ersten Gespräch nicht, welche Preisvorstellung du hast. Wer deine Zahl kennt, wird sie bestätigen.

Prüfe vorab die Bewertungen. Wichtig ist nicht die Durchschnittsnote allein, sondern die Anzahl, die Aktualität und die Frage, ob das Unternehmen auf kritische Bewertungen sachlich antwortet.

Die sieben Fragen

1. Wie kommen Sie auf diesen Preis?

Eine gute Antwort nennt konkrete Vergleichsobjekte mit Lage, Größe und Verkaufszeitpunkt. Eine schlechte Antwort besteht aus Erfahrungswerten und Bauchgefühl.

2. Wie viele Objekte dieser Art haben Sie im letzten Jahr verkauft?

Ein Spezialist für Neubauwohnungen ist beim Verkauf eines sanierungsbedürftigen Hofes die falsche Wahl. Frage nach Zahlen, nicht nach Jahren Berufserfahrung.

3. Was passiert, wenn der Preis nach acht Wochen nicht funktioniert?

Wer darauf keine klare Antwort hat, hat keine Strategie. Gute Makler beschreiben vorab, an welchen Kennzahlen sie erkennen, dass nachgesteuert werden muss.

4. Wer betreut mich konkret?

Häufig führt der Inhaber das Akquisegespräch und ein Mitarbeiter die Besichtigungen. Das ist zulässig, du solltest es aber vorher wissen und die Person kennenlernen.

5. Wie erreiche ich Sie und wie schnell antworten Sie?

Die Antwortzeit im Verkaufsprozess ist der beste Frühindikator für die Zusammenarbeit. Wer vor dem Auftrag langsam antwortet, wird danach nicht schneller.

6. Was genau ist in der Provision enthalten?

Lass dir die Leistungen schriftlich auflisten. Professionelle Fotos, Grundrisse, Energieausweis, Bonitätsprüfung der Interessenten und Begleitung zum Notartermin sollten enthalten sein.

7. Wie lange läuft der Auftrag und wie komme ich wieder heraus?

Ein qualifizierter Alleinauftrag über sechs Monate ist üblich und für beide Seiten sinnvoll. Laufzeiten über zwölf Monate ohne Kündigungsmöglichkeit sind es nicht.

Warnsignale

  • Der genannte Preis liegt deutlich über allen anderen Einschätzungen
  • Der Auftrag soll noch im Erstgespräch unterschrieben werden
  • Es gibt keine schriftliche Leistungsbeschreibung
  • Auf die Frage nach Referenzen kommen nur allgemeine Aussagen
  • Bewertungen sind ausschließlich mehrere Jahre alt
  • Kritische Bewertungen werden gar nicht oder gereizt beantwortet
Der überhöhte Preis als Verkaufstrick

Ein bewusst zu hoch angesetzter Preis ist die häufigste Methode, um an einen Alleinauftrag zu kommen. Nach einigen Wochen ohne Anfragen folgt dann der Vorschlag, den Preis zu senken. Die Immobilie hat dann bereits an Attraktivität verloren.

Den Vertrag lesen

Achte auf drei Punkte. Erstens die Laufzeit und die Kündigungsmöglichkeiten. Zweitens die Provisionsregelung, insbesondere die Frage, wann der Anspruch entsteht. Drittens eine mögliche Nachwirkungsklausel, die auch nach Vertragsende noch eine Provision auslösen kann.

Seit dem Bestellerprinzip beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern an Verbraucher darf der Käufer höchstens den Anteil tragen, den auch der Verkäufer zahlt. Eine einseitige Abwälzung der gesamten Provision auf den Käufer ist unwirksam.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Maklerprovision üblicherweise?

Je nach Bundesland liegt die Gesamtprovision meist zwischen 5,95 % und 7,14 % inklusive Umsatzsteuer, geteilt zwischen Käufer und Verkäufer. Die Höhe ist frei verhandelbar.

Alleinauftrag oder mehrere Makler gleichzeitig?

Ein qualifizierter Alleinauftrag führt in der Praxis zu besseren Ergebnissen, weil der Makler in Vorleistung geht. Mehrere Makler parallel signalisieren dem Markt Verkaufsdruck und senken den erzielbaren Preis.

Was ist ein qualifizierter Alleinauftrag?

Dabei verpflichtest du dich, während der Laufzeit keinen anderen Makler zu beauftragen und Interessenten an den Makler zu verweisen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Makler zu aktiver Vermarktung.

Kann ich einen Maklervertrag widerrufen?

Wurde der Vertrag außerhalb von Geschäftsräumen oder im Fernabsatz geschlossen, hast du als Verbraucher ein vierzehntägiges Widerrufsrecht. Fehlt die Widerrufsbelehrung, verlängert sich die Frist erheblich.

Vergleichen statt raten

Bei Wertwerk siehst du für jedes Unternehmen die Anzahl und Aktualität der Bewertungen, die Antwortquote und die Spezialisierung.

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